Adaptive Agency Dialog

Warum Agenturen an ihren Angeboten scheitern – und wie klare Pakete wirklich funktionieren

Vom Zeitfresser zum Skalierungsmotor: Wie Agenturen durch klare Service-Pakete und Value-Based Pricing ihre Profitabilität sichern

Pakete statt Ad-hoc-Angebote — das klingt simpel, ist es aber nicht. Sven Müller, der nach 10 Jahren Lehrtätigkeit im Agenturmanagement und einer Dekade bei SPORTFIVE seit 2024 als Berater und Coach arbeitet, hat diesen Weg konsequent durchgezogen. In dieser Episode spricht er über die Entstehung seiner vier Consulting-Formate entlang einer Lifecycle-Logik, warum sein ursprüngliches Strategie-Paket gescheitert ist, und was ihn zu „Sparing as a Service" als Master-Format geführt hat. Außerdem: Warum Time Tracking unverzichtbar bleibt, auch wenn man nicht nach Zeit abrechnet. Wie KI-gestützte Meta-Analysen über alle Projekte hinweg echte Mustererkennung ermöglichen. Und warum Positionierung — also Naming, Logik, Subbranding — immer vor Prozessoptimierung kommt. Ein konkretes Gespräch für alle, die ihre Agentur oder ihr Consulting-Angebot wettbewerbsfähig paketieren wollen.

Sven Müller

Sven unterstütze Entscheider dabei, ihre kommerzielle Performance zu steigern, Marken zu schärfen und Organisationen wirksamer aufzustellen – mit Fokus auf klare Strategien und konkrete Umsetzung.

https://www.linkedin.com/in/sven-mueller-consulting/

Warum Agenturen an ihren Angeboten scheitern

Arne Tensfeldt begrüßt die Zuschauer zum Adaptive Agency Dialog von Askenio. Das heutige Kernthema: Die Transformation von individueller Dienstleistung hin zu klaren, skalierbaren Service-Paketen. Als Experte zu Gast ist Sven Müller, der über seine Erfahrungen mit produktartigen Services berichtet.

Der Gast: Von der Agenturwelt in die Selbstständigkeit

Sven Müller blickt auf eine vielseitige Karriere zurück, die ihn maßgeblich geprägt hat:

  • Agentur-Background: Stationen bei Springer & Jacoby sowie Elephant Seven (Digitalfokus).
  • Lehre & Management: Zehn Jahre Lehrtätigkeit im Bereich Agenturmanagement.
  • Sport-Business: Zehn Jahre bei SPORTFIVE, wo er komplexe kommerzielle Strukturen und Sportrechte-Vermarktung kennenlernte.
  • Neustart 2024: Der Schritt in die volle Selbstständigkeit als Berater, mit dem Fokus auf die Paketierung von Know-how.

Die Geburtsstunde der Pakete: Das „Post-Modell“

Die Idee zur Paketierung entstand aus einer Notsituation während Svens Zeit als Unit-Leiter bei Elephant Seven. Nach dem Gewinn eines Großkunden (Deutsche Post) drohte das Team unter der Last individueller Kleinst-Angebote zu ersticken.

„Ich habe gemerkt, dass ich als Unit-Chef eigentlich nur noch drei bis vier Angebote am Tag runtergeschrubbt habe. Das frisst dich auf.“

Die Lösung: In Anlehnung an die Paketgrößen der Post (S, M, L, XL) definierte Sven vier Prozessgrößen für Digitalkonzepte.

  • Vorteil für den Vertrieb: Man diskutierte nur noch über die Paketgröße, nicht mehr über jedes Detail.
  • Vorteil für das Team: Klare Standards in Bezug auf Qualität, Arbeitsschritte und Durchlaufzeiten.

Die aktuelle Struktur: Consulting & Coaching Formate

Heute nutzt Sven eine logische Abfolge von Paketen, die er als Lifecycle Service beschreibt. Die Angebote bauen semantisch und zeitlich aufeinander auf:

1. Consulting-Säule
  • Kickstart Sessions: Ein dreistündiger „Snackable“-Workshop (Mix aus Impuls und Team-Arbeit), oft genutzt für das Thema KI-Einstieg. Er dient als idealer Türöffner („Door-Opener“), um die Chemie zu testen.
  • Sales Impact: Ein spezialisiertes Format für Vertriebsstrategien (insb. Sportrechte/Sponsoring).
  • Sparring as a Service: Das aktuelle „Master-Format“. Sven agiert hier über einen längeren Zeitraum als fester Sparringspartner für Führungskräfte.
2. Coaching-Säule
  • Face the Challenge: Transformationstraining basierend auf der Klitschko-Methode (Willenskraft).
  • BREAKOUT Camp: Ein intensives dreitägiges Entwicklungsformat für Talente (aktuell Fokus Profifußball).
  • Teamflow: Gezielte Teamentwicklung zur Performance-Steigerung (kein klassisches Teambuilding).

Value-Based Pricing: Weg von der Stundenschraube

Ein zentraler Punkt des Gesprächs ist die Abkehr von der Abrechnung nach Zeit.

  • KI als Katalysator: Durch künstliche Intelligenz wird die Produktion schneller. Wer nach Stunden abrechnet, bestraft seine eigene Effizienz.
  • Fokus auf den Output: Sven setzt auf Value-Based Pricing. Jedes Paket hat ein klares Nutzenversprechen und ein anfassbares Ergebnis. Der Kunde zahlt für den Wert des Resultats, nicht für die Dauer der Erstellung.

Der „Closed Loop“: Delivery und kontinuierliches Lernen

Obwohl Sven sich selbst als vertriebslastig beschreibt, betont er die Wichtigkeit der Delivery (der Leistungserbringung). Um profitabel zu bleiben und die Qualität zu halten, nutzt er ein striktes Monitoring:

  1. Zeiterfassung: Auch bei Pauschalpaketen wird die Zeit genau getrackt, um die Profitabilität zu prüfen.
  2. Notion als Backbone: Alle Projektdaten, Meilensteine und wöchentliche Learnings fließen hier zusammen.
  3. Projekt-Recap mit KI: Am Ende jedes Projekts schreibt Sven einen Abschlussbericht für sich selbst. Diese Berichte werden regelmäßig mittels KI analysiert, um Muster zu erkennen und die Pakete weiter zu optimieren.

Fazit: Die Zukunft der Agenturleistung

Sven Müller sieht in der Paketierung keine Option, sondern eine Notwendigkeit:

  • Vergleichbarkeit vermeiden: Wer stundenbasiert arbeitet, macht sich mit günstigen Tools vergleichbar.
  • Smarter starten: Agenturen sollten nicht „overengineeren“. Der erste Schritt ist oft die Paketierung der Konzeptionsphase.
  • Branding: Ein gutes Naming und eine klare visuelle Abgrenzung der Pakete (Subbranding) machen die Leistung für den Kunden greifbar und „verkaufsfähig“.

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